Jugendfarm: Pfingsten zwischen Heu und Hühnern

Kein Handy, kein W-LAN, keine Uhr: Von Freitag bis Dienstag fand in der Jugendfarm Essen erneut die Pfingstfreizeit ÜberLebensKunst statt. 40 Heranwachsende zwischen zehn und 14 Jahren, darunter drei Flüchtlingskinder, lernen sich ohne Technik zu beschäftigen. Es gab vielfältige Angebote: mit Tieren spielen, zeichnen, eine Nachtwanderung und ein Lagerfeuer sorgten für keine Langeweile.

Jede Menge Spaß mit echten und unechten Pferden. Fotos: Gruteser/JHE

Die Kinder erhalten durch Künstlerin Susanne Schrade wertvolle Mal-Tipps.

Eine ruhige Hand ist nötig, um den Pfau detailreich zu zeichnen.

Die Idee hinter der Aktion ist, dass die jungen Teilnehmer einige Tage ohne Medien verbringen. „Zuerst sind die Kinder verunsichert, wenn sie ihre Handys abgeben müssen und damit der Kontakt zu Freunden und Eltern wegfällt. Schon nach kurzer Zeit werden sie ruhiger und gewöhnen sich an die Situation“, erklärt Tanja Bessen, Mitarbeiterin der Jugendhilfe Essen (JHE).

Der verantwortungsvolle Umgang mit den freilaufenden Tieren wird groß geschrieben: Neben Hühnern, Hunden, Pferden und zwei kleinen Schweinen gibt es einen Pfau zu bestaunen. Eben diesen bunten Vogel gilt es an einem Nachmittag, unter professioneller Anleitung von Künstlerin Susanne Schrade, zu zeichnen. Mit Bleistift und Zeichenblock in den Händen lernen die Kinder, Größenverhältnisse und geometrische Grundformen umzusetzen, um so das detailreiche Federkleid des Pfaus zu porträtieren. Es gilt, das eigene Auge zu schulen und Korrekturen zu überzeichnen, da Radiergummis verboten sind.

UpCycling sehr beliebt
Bei den Mahlzeiten arbeiten Betreuer und Kinder gemeinsam. Auf dem Speiseplan steht unter anderem Bio-Fleisch vom Grill und eine Kartoffelsuppe. Im großen Steinofen auf dem Hof wird für alle Beteiligten Pizza gebacken.
Eine weitere Beschäftigung stellt das Upcycling dar: Alte Autoreifen, Dosen und was der Müll sonst noch so hergibt wird kreativ aufgemotzt. In der Naturkunst wird geschnitzt und gefilzt, was das Zeug hält. Großen Anklang findet auch die Nachtwanderung.
„Die Pfingstfreizeit ist für die Teilnehmer eine gelungene Abwechslung zum Alltag. Die meisten lernen sich hier erst kennen, verstehen sich aber auf Anhieb“, zeigt sich Tanja Bessen zufrieden mit dem Kurzurlaub zwischen Heu und Hühnerstall.

Text: Marcel Gruteser

Jede Menge Spaß mit echten und unechten Pferden. Fotos: Gruteser/JHE

Die Kinder erhalten durch Künstlerin Susanne Schrade wertvolle Mal-Tipps.

Eine ruhige Hand ist nötig, um den Pfau detailreich zu zeichnen.

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