OGS: Kleine Designer und große Mode

Der Grundschule Im Steeler Rott hat inzwischen nicht nur einen eigenen Laufsteg – gleich die komplette Kollektion wird selbstkreiert. Seit Beginn des Schuljahres 2013/2014 konnten 14 Kinder des Offenen Ganztags eigene Skizzen zeichnen, neue Kleidung entwerfen und altes umfunktionieren. Höhepunkt war eine Modenschau zum Halbjahreswechsel. (Un-)Gewollte Nebeneffekte: Manchmal wird der Pulli zum Schal.

Blick hinter die Kulissen: Die Mädchen der Design-AG beim Schaffensprozess.

Individuell und kreativ: Diese Hose gehört nicht in die Tonne.

Seit Beginn des Schuljahres 2013/2014 wird im Offenen Ganztag der JHE die Design-AG angeboten. Hier wurden 14 Kinder mithilfe mehrerer Erzieherinnen und einer Honorarkraft innerhalb eines halben Jahres zu kleinen Designern großer Mode. Ziel der AG war, dass Kinder vermeintlich „alte“ Kleidung durch nur wenige Veränderungen wieder wertschätzen lernen und von der Idee der heutigen Wegwerf-Gesellschaft Abstand nehmen.

In den AG-Stunden bereiteten die Junior-Designer mit viel guter Laune alte oder ungeliebte Kleidungsstücke wieder auf – mit sehenswerten Ergebnissen. Außerdem stand die Umfunktionierung vorhandener Kleidungsstücke in neuwertige Accessoires im Vordergrund. Die Ergebnisse waren kreativ und individuell: „Ich fand das total cool, dass wir unseren eigenen Schmuck kreieren konnten. Ein Armband wie ich hat sonst keiner“, bestätigt ein zehnjähriges OGS-Mädchen. So wurde in Windeseile aus einer Jeans eine schöne Jeanstasche genäht oder aber ein winterlich-cooler Schal entstand aus einem längst angestaubten Pullover, wie eine andere Zehnjährige berichten kann: „Am Anfang war ich sehr gespannt, was kommt. Dann habe ich gelernt, wie einfach man neue Sachen aus alten machen kann. Mein Pullover ist jetzt ein Schal!“

Einen kleinen Einblick in den Beruf eines Modedesigners erlangten die Kinder zudem dadurch, dass sie Skizzen ihrer ganz individuellen Mode anfertigten. Was ihnen besonders Spaß machte: Es gab kein „richtig“ oder „falsch“. Jede einzelne der persönlich gestalteten Skizzen kam toll an.
Durch die Umsetzung eigener Ideen und den Mut zu verschiedenen Farbkombinationen wurden festgelegte Idealvorstellungen von Mode über Bord geworfen und mit einem hohen Maß an Kreativität gearbeitet. Auch Zusammenarbeit und Gruppengefühl der Junior-Designer wuchsen von Mal zu Mal: Sie unterstützten sich gegenseitig und sprachen sich Mut zu.
Positive Effekte der Näh- und Bastelarbeiten waren auch die Schulung der Grob- und Feinmotorik sowie der wichtigen Hand-Augen-Koordination. Anfängliche Unsicherheiten wichen dabei neuem Selbstvertrauen.

Im Januar 2014 endete das Pilot-Projekt Design-AG schließlich mit einer großen, von den kleinen Designern selbst organisierten Modenschau in der Schule Im Steeler Rott. Die Veranstaltung lockte so manchen interessierten Zuschauer an und hatte bereits nach kurzer Zeit eine eigene Fangemeinde. Die Begeisterung des Publikums zauberte den jungen Star-Designern ein breites Lächeln in die Gesichter und belohnte sie damit noch einmal für ihre ausdauernde Arbeit.

Ein gelungenes Event, findet eine zehnjährige Designerin: „Mir hat es Spaß gemacht, zu nähen und die Modenschau war auch total cool. Ich fand es gut über den Laufsteg zu gehen und den anderen zu zeigen, was ich gemacht habe.“ Die Begeisterung und Neugier der Kinder war von Beginn an da und wuchs im Laufe der AG stetig. Nach dem großen Erfolg der ersten Design-Runde kann man sich nur auf eine neue Gruppe von Designern freuen, die ihre Ideen im neuen Schulhalbjahr umsetzen werden – dieses Mal sind sogar ein paar Jungen dabei.

Text und Fotos: Annette Iglinski, Ellen Hombergen, Agathe Kirschner, Pia Schönbach

Blick hinter die Kulissen: Die Mädchen der Design-AG beim Schaffensprozess.

Individuell und kreativ: Diese Hose gehört nicht in die Tonne.

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