OGS: Tugenden fürs gute Miteinander

An der Cosmas und Damian-Schule in Frohnhausen lernen Kinder aus 34 Nationalitäten zusammen. Der Wunsch nach einer gemeinsamen Grundlage für ein rücksichtsvolles und wertschätzendes Miteinander brachte den Stein ins Rollen: In Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt Essen Essen organisiert die Jugendhilfe Essen im Offenen Ganztag seit August 2018 ein Tugendprojekt.

Super fürs Klassenklima: Die Kinder des Offenen Ganztags haben über Tugenden ihr Miteinander noch weiter verbessert. Fotos: Marth/JHE

Vorschläge fürs harmonische Miteinander: Die Schüler haben viele Ideen gesammelt.

„Tugenden, im Gegensatz zu Werten, sind unabhängig von Religion und Kultur. Dadurch eignen sie sich besonders gut als Grundlage für die Vielfalt an Kulturen an der Schule“, erklärt Anne Katharina Marth, Erzieherin Offener Ganztag der Jugendhilfe Essen. Das Tugendprojekt geht davon aus, dass „der Mensch wie ein Bergwerk reich an Edelsteinen, von unschätzbarem Wert ist“. Die Edelsteine stehen hierbei für die Tugenden und somit Stärken, die einem jeden von uns innewohnen. Begleitet durch zwei Coaches wurden diese Edelsteine im Projekt als „Sprache der Tugend“ in den Schul- und OGS-Alltag integriert.
Kleine Rollenspiele und Geschichten veranschaulichen den Kindern immer wieder, was denn überhaupt eine Tugend ist. Schnell haben die Schüler ihre eigenen Rollenspiele entwickelt und vorgeführt. Ihr Mut und ihre Kreativität wurde jedes Mal mit Applaus belohnt!

Experten für glückliche Momente
„Wir sprechen aber nicht nur über Achtsamkeit, Mut und Ehrlichkeit, sondern auch darüber, wie sich unser Verhalten auf andere auswirkt. Wie würde ich mich fühlen, wenn ich so behandelt würde? So kann ein freundliches Wort oder eine nette Geste den Eimer meines Gegenübers und meinen eigenen füllen“, erläutert Jugendhilfe-Erzieherin Marth.
Denn das Ziel ist es, diesen unsichtbaren Eimer, den man jeden Tag bei sich trägt, mit schönen Dingen zu füllen, um abends glücklich schlafen zu können. In den Eimern, die in jeder Klasse und jedem Gruppenraum stehen und von den Kindern selbst gestaltet wurden, finden glückliche Momente, sogenannte „Eimerfüller“, ihren Platz. Immer wieder wird ein Zettel vorgelesen und der schöne Moment besprochen. Die Kinder sind glücklich über diese Möglichkeit und strahlen übers ganze Gesicht. Sie werden zu kleinen Fachmännern ausgebildet, um ihr Wissen weiterzugeben. Nach sechs Wochen sind sie Edelsteinexperten und bekommen ein Zertifikat. Hier sind die Tugenden vermerkt, die dem Kind besonders liegen. Voller Stolz präsentieren sie ihr Zertifikat in den Gruppen und hängen es sich anschließend zuhause auf.
Durch Traumreisen, die Edelsteinhöhle als Rückzugsort, Kleingruppengespräche und den Austausch im Abschlusskreis im Offenen Ganztag bleiben die Tugenden stets ein Thema. Es ist wichtig kontinuierlich über die Tugenden wie Selbstwert, Dankbarkeit und Rücksicht zu sprechen, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

Noch besseres Miteinander!
„Der Umgang der Kinder miteinander ist noch besser geworden“, freut sich Marth, „sie agieren rücksichtsvoller und freundlicher und sind bedacht darauf, ihre Edelsteine mehr zum Funkeln zu bringen. Es ist etwas, was uns alle verbindet und somit eine Basis, die wir täglich nutzen können. Wir sind dankbar für die Chance, mit den Kindern gemeinsam dieses Projekt jeden Tag zu leben und zu erleben, sodass sie emphatischer im Umgang mit anderen Menschen werden.“

Offener Ganztag der Jugendhilfe Essen
OGS-Standortportrait Cosmas und Damian-Schule

Super fürs Klassenklima: Die Kinder des Offenen Ganztags haben über Tugenden ihr Miteinander noch weiter verbessert. Fotos: Marth/JHE

Vorschläge fürs harmonische Miteinander: Die Schüler haben viele Ideen gesammelt.

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