Gestartet ist Hey, Alter! in Essen ursprünglich bereits in Zeiten der Corona-Pandemie, als die Schulen plötzlich mit Homeschooling konfrontiert wurden, erzählt Michael Manderscheid von Hey, Alter!: „Wir wollten Kindern und Jugendlichen digitale Teilhabe ermöglichen, die zu Hause keine Endgeräte hatten und damit vom schulischen und gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen waren.“
Bis zu 30 Ehrenamtliche werten Endgeräte auf
Die Geräte bekommt Hey, Alter als Einzelspenden von Privatpersonen oder als Großspenden von Unternehmen, die beispielsweise auf neue Hardware gewechselt sind. Die Ehrenamtlichen bringen die Rechner dann technisch wieder in Schuss – beispielsweise durch den Ersatz von Komponenten wie neuen Festplatten oder Grafikkarten – und installieren das freie Betriebssystem Linux. Damit sind die Empfänger*innen nicht an Hersteller oder Lizenzen gebunden und können den Rechner ohne Einschränkungen direkt für sich nutzen. Die meisten jungen Menschen brauchen ein Notebook, doch Hey, Alter stellt auch Desktop-PCs zur Verfügung. Allein in diesem Jahr hat die Initiative neben vielen Privatpersonen das Atelierhaus Essen, die Junior Uni Essen und das Projekt „angekommen in deiner Stadt Essen“ unterstützt. Mittlerweile kommen bis zu 30 Ehrenamtliche an Sonntagen zusammen, um gemeinsam Rechner auf Stand zu bringen. Insgesamt wurden schon über 3.500 Geräte aufbereitet!
Dabei gibt es nur Gewinner*innen: Ehrenamtliche und Spender*innen können die Kinder und Jugendlichen unterstützen, den gespendeten IT-Geräten wird im Sinne der Nachhaltigkeit neues Leben eingehaucht und die jungen Menschen freuen sich über ihre eigenen Rechner.
Jugendberufshilfe-Jugendliche profitieren von Kooperation
Anfangs war die Initiative in der Essener Innenstadt verortet, im vergangenen Frühjahr zog Hey, Alter dann an den Jugendberufshilfe-Standort Schürmannstraße und nun sind die Ehrenamtlichen in einer Werkstatt im Altenessener Palmbuschweg 7 bis 9 zu Hause, die von der Jugendberufshilfe Essen zur Verfügung gestellt wird. In dieser Zeit ist eine fruchtbare Zusammenarbeit im Sinne der Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus den jbh-Projekten entstanden: „Recherche, Jobsuche und Bewerbung finden heutzutage fast ausschließlich übers Internet und am PC statt“, weiß Thomas Wittke, Geschäftsführer von Jugendhilfe und Jugendberufshilfe Essen. „Zusammen mit Hey, Alter! können wir den jungen Menschen bei Bedarf gemeinsam und unbürokratisch Endgeräte zur Verfügung stellen, damit sie den nächsten Schritt auf dem Weg in Ausbildung oder Beruf machen können.“ Auszubildende und Teilnehmende aus ganz verschiedenen Jugendberufshilfe-Projekten wie unter anderem Beratungsstelle, Easi Ap, Ein guter Plan, IndiGO oder Produktionsjahr haben schon Mobiltelefone, Notebooks oder Desktop-PCs erhalten.
Ehrenamt Agentur vermittelt für Hey, Alter
Eine zentrale Rolle beim Engagement von Hey, Alter spielt auch die Ehrenamt Agentur: „Wir sind seit Tag eins Unterstützer von Hey, Alter“, bestätigt Hendrik Rathmann, Pressesprecher der Ehrenamt Agentur Essen. „Gerade in den Anfängen zur Corona-Zeit haben wir beraten, viele Türen im Hintergrund geöffnet und bei der Öffentlichkeitsarbeit und Sachspenden vermittelt.“ Die Ehrenamt Agentur bildet dabei die Schnittstelle zwischen Ehrenamtlichen, Schulen und Unternehmen. Weitere Unterstützung gibt’s in der Netzwerkarbeit mit z. B. Messeauftritten und sowohl bei der Verwaltung von Sach- als auch Geldspenden. Zudem konnte die Initiative einige der Helfer*innen über die Ehrenamt Agentur akquirieren: „Das ist eine organisch gewachsene, ganz harmonische Verbindung“, freut sich Hendrik Rathmann über die langjährige Zusammenarbeit.
Hier geht's zur Ehrenamt Agentur: https://www.ehrenamtessen.de und zu Hey, Alter!: https://heyalter.com/essen/


