SuBo: Revierpflege im Grugapark

Nicht umsonst ist der Grugapark Essen eines der beliebtesten Ausflugsziele für jung und alt. Mitten in der Stadt kommt man raus an die frische Luft, die Grünanlagen und Wasserflächen laden zum Flanieren und Seele-Baumeln-Lassen ein. Was kaum ein Besucher ahnt: Sein gepflegtes Erscheinungsbild verdankt das Revier um den kleinen Waldsee seit gut zwei Jahren dem Fleiß von Jugendlichen, die nicht mehr zur Schule gegangen sind.

Mein Revier, dein Paradies: SuBo-Teilnehmer pflegen die Gruga. Fotos: JHE

Anfang Februar stellten die Projektverantwortlichen Carina Droste und Benedikt Teckentrup dem Unterstützerkreis die positive Bilanz aus 2014 vor.

Zum Hintergrund: In Deutschland herrscht Schulpflicht und hartnäckigen Schulverweigerern drohen inzwischen hohe Bußgelde, in den meisten Fällen wird die Strafe jedoch in Sozialstunden umgewandelt. Das Projekt „Sozialstunden und Berufsorientierung“ (SuBo) der Jugendhilfe Essen gGmbH (JHE) verbindet die Arbeit im Grugapark mit sozialpädagogischer Unterstützung – und bietet den Jugendlichen Neuorientierung und einen für sie wichtigen Perspektivwechsel.

Die Teilnehmer harken Laub, pflegen den Teich und die Stege, bepflanzen Grünflächen, pflastern Wege und erledigen Holzschnittarbeiten. Das wird von den Besuchern honoriert. Wenn im Winter draußen gar nichts mehr geht, werden die Parkbänke in der selbst eingerichteten Schleif- und Malerwerkstatt überarbeitet. Auch dafür gibt es regelmäßig ein Lob der Grugapark-Gäste.
Bereichsleiterin Andrea Becker von der Jugendhilfe weiß die öffentliche Situation zu schätzen: „Die Teilnehmer bekommen Rückmeldung aus erster Hand von den Parkbesuchern und nicht nur im geschützten Raum von Pädagogen.“ Aber von denen natürlich auch: „Man muss herausfinden, was die Jugendlichen können. Wir wollen ihre Stärken fördern“, unterstreicht Sozialpädagogin Carina Droste, die gemeinsam mit Werkpädagoge Benedikt Teckentrup vor Ort mit den Jugendlichen arbeitet.
Grugapark-Leiter Thomas Hanster ist ebenfalls ein Verfechter des Projekts: „Wir haben hier im Park immer auf Kooperationen gesetzt. Ich sehe einen großen Sinn in diesem Konzept.“ Zudem ergänzt Hanster: „Die Jugendlichen arbeiten gut und haben ihr Revier im Griff.“

Die Gründe fürs Fernbleiben finden sich oft im Umfeld der Jugendlichen. Trennung und Stress in der Familie, die falsche Clique und Probleme in der Schule. Nach Abschluss des Projekts sollen neue Perspektiven erkannt und genutzt werden. So kann beispielsweise der Schulabschluss nachgeholt oder eine Ausbildung angestrebt werden. Über die Hälfte aller 2014 im Park aktiven Jugendlichen beendeten SuBo erfolgreich, viele von ihnen finden noch einmal den Weg zurück auf die Schulbank. Aber es gibt auch einen Jugendlichen, der nach seinem erfolgreichen Projektabschluss einen ganz neuen Weg gegangen ist: Als freiwilliger SuBo-Teilnehmer arbeitet er weiterhin im Grugapark.

Finanziert wird SuBo durch eine Zuwendung der Alfred-Krupp-und-Friedrich-Alfred-Krupp-Stiftung.

Mein Revier, dein Paradies: SuBo-Teilnehmer pflegen die Gruga. Fotos: JHE

Anfang Februar stellten die Projektverantwortlichen Carina Droste und Benedikt Teckentrup dem Unterstützerkreis die positive Bilanz aus 2014 vor.

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