mitWirkung!: Jugendliche gestalten Stadträume
28.06.2017 - 14:37 Uhr
„Do it Yourself“ liegt voll im Trend und auch Jugendhilfe Essen (JHE) und Universität Duisburg-Essen sind am Puls der Zeit. Kinder und Jugendliche der Altenessener Getrud-Bäumer-Realschule gestalteten mit selbstgemachten Möbeln nicht nur ihren Schulhof, sondern gleich den Stadtteil. Die große Einweihung auf dem Realschul-Gelände stieg am Dienstag.

Endlich ist es soweit: Am Dienstag konnten die Schüler ihre selbstgestalteten Möbel ausprobieren. Fotos: Capitain/JHE

Gelungene Kooperation: Jugendhilfe Essen, Uni Duisburg-Essen und Gertrud-Bäumer-Realschüler realisierten die Stadtraumgestaltung.

„Es ist ein kleines Experiment, um herauszufinden, wie ein solcher von Jugendlichen gestalteter Raum von der Öffentlichkeit angenommen wird“, erklärt Conrad Kürzdörfer vom Institut für Stadtplanung und Städtebau der Universität Duisburg-Essen. Mittelpunkt des Projekts ist eine jugendgerechte Gestaltung von Stadträumen, Ziel ein erfahrungsreiches und gesundes Aufwachsen der Teenager in ihrem Quartier.
Richtig Fahrt aufgenommen hat die von der KARL-KOLLE-Stiftung und der Initiative „mitWirkung!“ geförderte Aktion im April diesen Jahres. Von der Idee ging’s zur konkreten Umsetzung, die Kinder und Jugendlichen der Getrud-Bäumer-Realschule entschieden sich, Bühne, Podest und Sitzmöbel aus alten Paletten zu bauen. Unterstützung gab’s dabei vom Dortmunder Urbanisten e.V. und der Jugendfarm Altenessen der JHE.

Ein Recht auf die Stadt
Drei Tage lang wurde gebaut, gemalt und gewerkelt, bis die Ergebnisse am 20. Juni auf dem Hof der Realschule bewundert werden konnten. Die große Eröffnung fand dann diesen Dienstag, 27. Juni, statt. Der bis dahin mit rot-weißem Absperrband gesicherte Bereich wurde hochoffiziell mit der Schere freigegeben, hinterher entspannten Kinder und Jugendliche auf ihren schicken neuen Möbeln: „Die Schüler haben den Raum nach ihren eigenen Wünschen, Vorstellungen und Bedürfnissen mitentwickelt, -geplant und letztendlich -gebaut“, freut sich Diplom-Ingenieur Kürzdörfer, „so demonstrieren sie ihr Recht auf die Stadt.“
Ende Oktober soll es weitergehen. Die Kinder und Jugendlichen hatten im Rahmen der Aktion zahlreiche weitere Ideen und Vorschläge gesammelt, die dann auf einer Jugendversammlung noch einmal vorgestellt werden sollen: „So können sie ihre eigenen Prioritäten setzen“, erklärt Jugendhilfe-Sozialarbeiterin Angela Waller. Die Ergebnisse werden hinterher der Bezirksvertretung IV vorgestellt, so dass einige Ideen noch verwirklicht werden können.

Kinder- und Jugendtreff Palme 7
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